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Sonntag, 4. Dezember 2011

Wahnsinn Wärmedämmung



Styropor (EPS) ist nicht brandgefährlich

Am Montag, den 28.11.2011, wurde im Programm des NDR um 22 Uhr die Sendung „45 Minuten – Wahnsinn Wärmedämmung“ ausgestrahlt. In diesem Beitrag wurde das Thema energetische Sanierung im Gebäudebestand sehr einseitig und in Teilen falsch dargestellt.
Die Schilderung der Reporter beinhaltete, dass ein zum Brandversuch vorbereitetes Wärmedämm-Verbundsystem aus EPS (Expandiertem Polystyrol, Styropor) als fachmännisch korrekt ausgeführt bezeichnet wurde, obwohl die dafür durch die Zulassung vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen aus nicht nachvollziehbaren Gründen weggelassen wurden. Das durch einen Gasbrenner in Brand gesetzte WDVS konnte so ohne die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen wie Brandriegel oder Brandabschottung im Sturzbereich unkontrolliert abbrennen. Der im Film gezeigte Brandversuch entsprach also nicht den geforderten Brandschutzprüfungen für die Zulassung von WDVS. Er spiegelte auch nicht die in der Realität vorkommenden Brandsituationen wider.
Wir - sowohl der Industrieverband Hartschaum wie auch der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme - sehen in dieser Darstellung eine unzulässige Verzerrung der Realität, denn Wärmedämm-Verbundsysteme mit EPS sind bauaufsichtlich zugelassen und somit auch mit einer Brandschutzkomponente versehen, die gerade das im Bericht Geschilderte verhindern soll.
Wir sehen in dieser Abhandlung eine klare Verunglimpfung des seit mehr als vier Jahrzehnten in der Praxis bewährten Wärmedämm-Verbundsystems. Es besteht die Gefahr, dass durch die Falschberichterstattung viele Bürger, die bisher den Wärmedämm-Verbundsystemen vertraut haben, verunsichert werden.
Diese einseitig negative Berichterstattung bedeutet auch eine klare Behinderung der von Europa und Deutschland geschuldeten Klimaziele. Darüber hinaus stellt sie unisono eine Verunglimpfung des Fachhandwerks in Deutschland dar.
Fakt ist: seit mehr als vier Jahrzehnten sind WDVS mit Styropor bauaufsichtlich geregelt und bewährt. Die Systeme sind bei fachgerechter Planung und sorgfältiger Ausführung durch das Fachhandwerk langlebig, sicher und brandschutztechnisch einwandfrei.


Zur Pressemitteilung des IVH – Industrieverband Hartschaum vom 01.12.2011
„Styropor (EPS) ist nicht brandgefährlich“
sei angemerkt:

Offensichtlich hat der Verfasser der PM den Beitrag nicht vollständig zur Kenntnis genommen, denn sonst würde er nicht behaupten, dass in diesem Beitrag das Thema „energetische Sanierung im Gebäudebestand sehr einseitig und in Teilen falsch dargestellt wurde.“ Das Gegenteil ist der Fall.

Soweit sich der Beitrag mit der energetischen Sanierung im Gebäudebestand befasste, gelten die getroffenen Feststellungen für Wärmedämm-Verbundsysteme allgemein. Dem Thema Brandschutz wurde aus gegebenem Anlass – folgenschwere Fassadenbrände in der Vergangenheit – ein etwas breiterer Raum gewidmet.

Soweit beanstandet wird, dass ein zum Brandversuch vorbereitetes Wärmedämm-Verbundsystem aus EPS (Expandiertem Polystyrol, Styropor) als fachmännisch korrekt ausgeführt bezeichnet wurde, obwohl die dafür durch die Zulassung vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen aus nicht nachvollziehbaren Gründen weggelassen wurden und deshalb das durch einen Gasbrenner in Brand gesetzte WDVS so ohne die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen wie Brandriegel oder Brandabschottung im Sturzbereich unkontrolliert abbrennen konnte, ist darauf hinzuweisen, dass der zur Erlangung der Brandschutzklasse B 1 (schwer entflammbar) in die abZ Eingang gefundene umlaufende Brandriegel in jeder zweiten Etage immer in einer Etage brandschutztechnisch ungeschützte Gebäudeöffnungen hinterlässt – und genau dies hatte der Beitrag ausführlich und verständlich dargestellt und deshalb die Versuchsanordnung so aufgebaut, also sehr realistisch.

Die Kritik an der Berichterstattung erfolgt daher entweder in Unkenntnis des Beitrages oder aber wider besseres Wissen!

Und was ist mit den unzähligen Gebäuden geringer Höhe, die mit einem normal entflammbaren WDVS versehen sind, weil bei der Anbringung das von Ihnen so gelobte „Fachhandwerk“ – aus welchen Gründen auch immer die in der jeweiligen abZ vorgeschriebenen Brandschutzmassnahmen wie z. B. Brandbarrieren im Sturzbereich weggelassen oder fehlerhaft montiert hat?

Und bei Dämmstoffdicken bis max. 100 mm? Da wird erst gar nichts dergleichen gefordert!

Brennen derartige Fassaden etwa anders ab?

Antworten auf diese Fragen werden erwartet und keine Verunglimpfung kritischer und aufmerksamer Journalisten!



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